Sonntag, 25. Juni 2017

Experiment Müllanalyse

von Kirsten
Von links oben nach rechts oben: 2 Tuben Haarfärbemittel + 1 Spülung + Einmalhandschuhe, 2 große Tetrapacks Sojamilch, 2 kleine Tetrapacks Pflanzensahne, 1 Dose Ananas // Von links unten nach rechts unten: 3 Plastikumverpackungen vom Tofu, 1 Alubeutel vom Kaffeeweißer, 1 Plastikhaarspange, jede Menge Kronkorken von der Fassbrause - Müllmenge von 12 Tagen
Wenn man Müllvermeidung systematisch betreibt, lohnt es sich, nach einer Weile Zwischenbilanz zu machen. Ich hatte bis vor Kurzem ohne dieses bewusste und geplante Vermeiden vor allem von Plastik immer 2 Gelbe Säcke in 2 Wochen voll bekommen. Als ich mit der Plastikvermeidung begonnen hatte, ist der Gelbe Sack zunächst sogar noch voller geworden, weil ich durch Ausmisten meiner Schränke und Schubladen erst mal mehr Müll erzeugt habe. Das hat sich mittlerweile reguliert. Ich habe auch nicht alles durch Neukäufe ersetzt. Meine Vorräte sind in Gläsern von Erbsen und Möhren etc.

Welches Fazit ziehe ich aus dieser Analyse? 

Die Plastikhaarspange ist kaputt und wird durch etwas aus Metall oder Holz ersetzt, allerdings habe ich noch eine ähnliche im Bad, sodass der Neukauf warten kann, bis auch dieses Ding seine Zähne verloren hat.

Die Ananasdose stand im Vorratsregal, doch Obst kann man ganz gut im Glas kaufen. Für den Tofu gibt es bisher keinen plastikfreien und adäquaten Ersatz. Der wird bleiben. Leider habe ich auch keine Idee für die Milch und die Sahne. Ich habe das in veganer Version noch nicht ohne Kunststoff gesehen. Die Kronkorken kann ich verschmerzen, denn die Fassbrause muss bei Sommerhitze unbedingt sein und ist im Pfandglas - für mich die bis jetzt umweltfreundlichste Art der notwendigen Verpackungen. Der Kaffeeweißer im Alubeutel ist nicht müllfrei, aber müllärmer als ein Tetrapack mit Milch.

Haarefärben kann man natürlich auch sein lassen, aber eine umweltfreundliche Alternative kenne ich nicht. Die Haarspülung nutze ich nicht, weil ich aus der Beschreibung nicht erkennen kann, dass sie kein Mikroplastik enthält. Man bekommt aber keine Packung Färbemittel ohne Spülung.

Was ich bisher erfolgreich verbannt habe sind Verpackungen für Pflegemittel und Putzmittel. Waschmittel kaufe ich im Pappkarton (Frosch). Geputzt wird mit Kernseiferaspeln. Die Putz- und Spülhandschuhe sind aus Kautschuk. Die weiteren Bilder sollen eine Anregung geben, wie ein plastikarmer Haushalt aussehen kann.

Ist das dann alles an Müll? 

Papier, Kompost und Altglas habe ich nicht zum Müll gerechnet, weil diese Materialien ja tatsächlich wiederverwertet werden - im Gegensatz zu Plastik, das teilweise verbrannt oder downgecycelt wird. Altkleider fallen auch nur ab und zu an und kommen in den entprechenden Container. Oft verwerte ich die Stoffe aber noch für Putzlappen. Meine geliebte Fassbrause ist im Pfandglas, ansonsten trinke ich Leitungswasser, Tee und Kaffee. Nur für die Sojamilch habe ich noch keine andere Lösung als den Tetrapack.

Und was ist mit Restmüll? 

Natürlich habe ich auch noch Restmüll. Es fallen im 2-Personen-Haushalt aber weniger als 10 l / Woche an. Wären also (geschätzte)  4 l / Woche von mir alleine. Da landen vor allem Essenreste, die nicht auf den Kompost gehören - also alles was gekocht oder fettig  ist, Reste vom Katzenfutter - kaputte Socken oder Teile, bei denen ich nicht weiß, wohin sie sonst gehören.

Papiertaschentücher habe ich durch solche aus Stoff ersetzt (Gebrauchtwarenladen für 1 €, Wäschegeschäft für 75 ct das Stück).

Mindestens 2x / Woche muss ich mich außer Haus versorgen. Damit keine Kaffeebecher zum Wegwerfen benötigt werden, nehme ich die Isolierkanne mit. Da passt ein großer Kaffee rein. Ich stelle die Flasche (meist bei Backwerk) unter die Kaffeemaschine. Zucker mache ich zu Hause rein, sodass ich selber bestimmen kann, mit was ich süße, und auch damit es keinen Müll von kleinen Zuckertütchen gibt. In die Glasflasche kommt kalter Tee oder Wasser mit Sirup oder auch mal nur Wasser.
Kaffee kochen zu Hause: Mit Bohnen aus der Papiertüte (Tchibo), Kaffeemühle, Keramikfilter und Papierfiltertüte. Mahlen und Aufgießen von Hand sind ein entspannendes Ritual. Besser als autogenens Training.


Der Kaffeesatz wird nicht weggeworfen. Ich verwende ihn zum Haarewaschen (1 Essl. dem Roggenmehl beimengen), als Händepeeling zusammen mit Seife, zum Schrubben verkrusteter Pfannen. Wichtig ist, dass er lange genug getrocknet ist, bevor er ins Schraubglas kommt, sonst schimmelt er. Ich lasse ihn 24 Stunden auf dem kleinen Teller vortrocknen, dann kommt er für weitere 24 Stunden auf einen großen Teller, damit der kleine wieder frei ist für die nächste Portion. Sollte er doch einmal schimmeln, kann man ihn ins Blumenbeet streuen als Dünger. Filtertüten kommen in den Kompost.
So wird bei mir gespült: Kernseife auf der Reibe direkt ins Wasser reiben. Das Wasser sollte recht heiß sein, deswegen trage ich Handschuhe. Fürs Putzen habe ich mir fertig geraspelte gröbere Seifenflocken bestellt. Verkrustete Pfannen schrubbe ich zusätzlich mit Kaffeesatz - den Kaffeesatz in die Pfanne geben, den Spüllappen mit der Seife einschäumen und dann schrubben.
Seife kann man nicht genug haben. Ersetzt Shampoo, Duschgel, flüssige Handseife, Gesichtspflege.
Zahnbürste aus Holz, Zahnkrem aus dem Glas. Zahnputztabletten habe ich auch noch. Feste Zahnpasta am Stil ist verbraucht und für nicht gut befunden - es kommt zu wenig auf die Zahnbürste, und ich habe das Gefühl, dass ich dann mit nichts die Zähne putze. Zusätzlich zur Bürste verwende ich Swak. Der Stil ist zwar aus Kunststoff, aber kein Wegwerfprodukt. Das Swak-Köpfchen wird kompostiert.
Trockenvorräte in Flaschen und Schraubgläsern. Auf Dauer sollen sie teilweise durch Weckgläser ersetzt werden. Aber das hat noch Zeit. Erst mal habe ich so keine zusätzlichen Kosten.Beschriftet werden meine Gläser mit Papierpaketklebeband.
Papiertüten, Gläser, Keramikdosen, Blechdosen.

Sonntag, 18. Juni 2017

Rosenfest

von Kirsten

Rosenfest im Dortmunder Westfalenpark - Gelegenheit für schöneres Einkaufen. Mit Korb und Baumwollbeutelchen  bewaffnet, konnte ich plastikfrei alles ergattern, was mir so ins Augge stach und bezahlbar war. Eigentlich hätte ich noch gerne Pflanzen gekauft, aber zu schleppen war schon genug und außerdem gibt es Blumen gewöhnlich nur im Plastiktopf. Nüsse und Tomaten konnte ich lose kaufen.
Gummistiefel von Laura Ashley (engl.: Wellington) für 35 € aus Naturkautschuk
Tasche für Ausflüge aus Baumwolle und Jute 20 €
Grooooooooooooßer Emaille-Teller 7 €
Untersetzer Retro-Stil Blech alle vier für 5 € ...
... mit einer Rückseite aus Kork
Jede Menge Seife für Hände, Körper oder Haare, dazu eine Seifenschale aus Thermoholz
Hölzerne Lügen .... ähm... Zitruspresse

Dienstag, 6. Juni 2017

Marktbeute

von Kirsten
Kehrblech aus Emaille, Griff aus Holz für 8,50 €

Den Sonntag habe ich auf dem Flachsmarkt in Krefeld verbracht. Meine Beute kann sich sehen lassen. Alles unverpackt und plastikfrei und dazu auch noch hübsch und ansehnlich. Eigentlich wollte ich am Obstwagen etwas zu essen kaufen, aber es gab alles nur in Wegwerf-Behältnissen aus Kunststoff. Am Brezelstand sagte mir das Angebot mehr zu: Nur Brezeln in Weidenkörben ohne weitere Verpackung. Ich kam auch mit der Brezelhändlerin ins Gespräch. Ich sagte, sie brauche mir die Brezel nicht in einer Serviette zu geben, ich nähme sie ohne. Sie meinte, Papier sei ja gar nicht so schlimm, "aber was wissen´se was ich nicht mehr will? Das Plastik!" Und schon waren wir bei meinem Lieblingsthema. Schon schön zu sehen, dass wohl immer mehr Menschen sich einen Kopf machen um Plastik und Umwelt und was sie selber in der ganzen Sache tun können.


Reinigungsbürsten und Pilzbürste

Keramiktassen zu je 9,50 €

Baumwollstoff für 5 €

Steampunk-Ei-Päd mit Tastaturgriffel 10 €

Eamille-Seifenschale zum Aufhängen für 20 €. Ein Stück duftende Seife musste auch noch mit.

Schneidebretter - die großen für 10 € / Stck. Das kleine war ein Reststück und kostete deshalb nur 3 €

Et voilá - mon müll. Papiertütchen für die Seife, zwei Blatt Zeitungspapier für die Tassen und ein Klebestreifen für den Preis auf dem Stoff